N"/>
Immobilien · Hospitality · Beratung und Dienstleistungen · Private Equity

Reale Werte.
Operative Stärke.
Langfristig gedacht.

Die Nowak Group GmbH entwickelt, hält und betreibt Immobilien- und Hotelprojekte und hält unternehmerische Beteiligungen in verschiedenen Branchen. Zudem werden Dienstleistungen im Immobilienbereich sowie Unternehmensberatung angeboten.

Profil

Eine Unternehmensgruppe, die durch gezielte Investitionen Werte schafft.

Die Nowak Group ist keine Verwaltungsgesellschaft, die Beteiligungen nur bilanziert. Wir entwickeln, finanzieren und führen sie. Entscheidungen fallen im Haus, ohne Gremienschleifen und ohne Fondslaufzeit im Nacken. Das erlaubt uns, dort zu investieren, wo Substanz, Wachstumspotenzial und der nötige Zeithorizont zusammenkommen.

Aus dieser Praxis entsteht der dritte Geschäftszweig: Was wir für das eigene Portfolio aufgebaut haben — Ankaufsprüfung, Strukturierung, Finanzierung, grenzüberschreitende Abwicklung — stellen wir ausgewählten Dritten als Beratungsleistung durch unsere Schwestergesellschaft, die Zenith Advisory GmbH, zur Verfügung.

Geschäftsfelder

Vier Geschäftsfelder, vier Märkte, ein Prinzip: unternehmerisches Eigentum.

01

Immobilien

Ankauf, Sanierung, Aufteilung und Bestandshaltung über alle Risikoklassen: Egal ob Core, Core-Plus, Value Add oder Opportunistic — immer mit dem Anspruch auf maximale Rendite und gezieltes Risikomanagement.

  • Bestandshaltung und Vermietung
  • Sanierung, Aufteilung, Abverkauf
  • Projektentwicklung und Repositionierung
Ankaufsprofil Immobilien Deutschland → Ankaufsprofil Immobilien Polen →
02

Hospitality

Ankauf von Hotelimmobilien und Hotelbetrieben, sowie Betrieb von Ferienwohnungen, dies im In- und Ausland.

  • Ankauf von Hotelimmobilien
  • Ankauf und Führung von Hotelbetrieben
  • Betrieb von Ferienwohnungen im In- und Ausland
03

Private Equity

Direktbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen mit belastbarem Geschäftsmodell — als Mehrheits- oder qualifizierter Minderheitsgesellschafter, mit unternehmerischer Mitgestaltung.

  • Nachfolge- und Übergabesituationen
  • Wachstums- und Buy-and-Build-Strategien
  • Sondersituationen und Restrukturierungen
04

Beratung und Dienstleistungen

Begleitung von Investoren und Unternehmern bei Transaktionen und Strukturfragen — erbracht durch die Zenith Advisory GmbH. Ein Schwerpunkt liegt auf dem polnischen Stiftungsrecht: nachhaltige Asset Protection und maximale Steueroptimierung unter Beibehaltung der Kontrolle. Die immobiliennahen Dienstleistungen erbringt die Aula Realitäten GmbH.

  • Ankaufsprüfung und Bewertung
  • Gesellschafts- und Finanzierungsstruktur
  • Markteintritt in CEE und DACH
  • Polnische Familienstiftung — Errichtung, Satzung, Kontrollarchitektur
  • Hausverwaltung, Asset Management, Immobilien- und Finanzierungsvermittlung
stiftungpl.eu →
Tochtergesellschaften

Die operative Umsetzung einzelner Geschäftsbereiche erfolgt über eigene Tochtergesellschaften der Gruppe. Nachfolgend eine Auswahl:

Aula Realitäten GmbH

Immobiliendienstleistungen

Immobilienentwicklung, Immobilienmaklerei, Hausverwaltung, Asset Management sowie Finanzierungsvermittlung für Immobilienkredite.

Asperner Siedlungsbau GmbH

Bauausführung

Durchführung von Bauvorhaben.

Märkte

Vier Märkte, in denen wir mit eigenen Strukturen arbeiten.

Jeder Markt hat eigene Rechtsordnung, Finanzierungskultur und Verhandlungslogik. Wir arbeiten in allen vieren mit eigenen Gesellschaften und lokalen Partnern — und in den jeweiligen Landessprachen.

AT

Österreich

Heimatmarkt mit Sitz der Holding. Schwerpunkt Wien und Umgebung: Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien, Hotelimmobilien und Hotelbetriebe, sonstige Spezialimmobilien sowie Unternehmensbeteiligungen.

PL

Polen

Seit Jahren aktiv in Warschau, Krakau und Posen, mit Fokus auf Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie Unternehmensbeteiligungen. Eigene Gesellschaftsstruktur und lokales Netzwerk.

Zum Marktprofil →
DE

Deutschland

Immobilieninvestments über eigene Tochtergesellschaften — Fokus auf Value-Add-Investments.

IT

Italien

Selektive Engagements in Immobilien und Beteiligungen, getragen von langjährigen persönlichen Verbindungen.

Ansatz

Grundsätze unserer Investitionstätigkeit.

Eigentümergeführt

Investiert wird eigenes Kapital. Wer mit uns verhandelt, spricht mit dem Entscheider — nicht mit einem Mandatsträger.

Blue Ocean statt Bieterverfahren

Wettbewerb ist teuer. Wo zehn Interessenten dasselbe Objekt prüfen, bleibt als Unterscheidungsmerkmal nur der Preis — und der höchste Bieter zahlt regelmäßig zu viel. Wir suchen deshalb Märkte, Segmente und Instrumente, bevor sich ein Bieterfeld gebildet hat. Wo noch keine Vergleichswerte kursieren, entscheidet nicht das Gebot, sondern die Struktur. Das verlangt, Entwicklungen früh selbst zu prüfen statt auf Marktberichte zu warten — und die Unsicherheit auszuhalten, die jedem Vorsprung innewohnt. Achtzehn Monate Vorsprung wiegen in diesem Geschäft schwerer als zwei Prozentpunkte im Einkauf.

Wert entsteht, wo Probleme gelöst werden

Ein makelloses Objekt ist vollständig bepreist — jeder Bieter sieht dasselbe und rechnet dasselbe. Uns interessiert das Gegenteil: der Immobilienbestand mit ungeklärter Widmung, das Haus mit dem anhängigen Verfahren, das Unternehmen ohne geregelte Nachfolge, das Hotel ohne Betreiber. Dort bildet der Preis das Problem ab; der Wert entsteht erst mit dessen Lösung. Das verlangt dreierlei: Rechtskenntnis, den Mut, antizyklisch zu kaufen — und die Fähigkeit, dort eine Lösung zu sehen, wo andere nur den Mangel sehen.

Keine Exit-Uhr

Keine Fondslaufzeit, kein Verkaufsdruck zum Stichtag. Haltedauern richten sich nach dem Investment, nicht nach dem Kalender.

Geschäftsführender Gesellschafter

Michael Franz Nowak, MSc

2015 übernahm Michael Franz Nowak im Alter von 17 Jahren die Unternehmensgruppe der Familie — aufgrund des plötzlichen Todes seines Vaters, Franz Nowak. Seither hat er sie zu einer in vier Ländern tätigen Investmentgesellschaft entwickelt.

Die kaufmännische Grundlage stammt aus einer fundierten Ausbildung in Controlling und Unternehmensführung an der Handelsakademie sowie dem Studium des General Managements.

Die immobilienspezifische Ausbildung beruht auf dem Studium der Immobilienwirtschaft sowie diversen Fortbildungskursen. Sämtliche Ausbildungen wurden parallel zur Führung der Unternehmensgruppe erlangt.

Ausbildung
  • 2012Abschluss Unterstufe, AHS Gymnasium Maria Regina (Clara-Fey-Schulen), Hofzeile, 1190 Wien
  • 2015Übernahme der Unternehmensgruppe der Familie im Alter von 17 Jahren
  • 2017Abschluss Handelsakademie + mit Matura, VBS Schönborngasse, 1080 WienVielfach ausgezeichnete Diplomarbeit, unter anderem mit dem WU Talent Research Award: „Flughafen Wien AG — eine Investition für die Zukunft? Analyse der Flughafen Wien AG für einen institutionellen Aktieninhaber unter besonderer Schwerpunktsetzung auf die Durchführung einer Unternehmensanalyse bei der Flughafen Wien“
  • seit 2018Konzessionierter Unternehmensberater und Unternehmensorganisator
  • 2025Abschluss des Studiums Master of Science, Real Estate Management, Donau-Universität Krems, berufsbegleitend
  • seit 2025Konzessionierter Immobilientreuhänder — Bauträger, Immobilienverwalter, Immobilienmakler und Finanzierungsvermittler
  • 2026Abschluss des Studiums Master of Business Administration, General Management, Universität für Weiterbildung Krems, berufsbegleitend
Sprachen
  • DeutschMuttersprache
  • PolnischMuttersprache
  • Englischverhandlungssicher
  • ItalienischGrundkenntnisse

Damit werden drei der vier Märkte in der jeweiligen Landessprache betreut — ein Punkt, der in Verhandlungen mit Familienunternehmern regelmäßig über den Zugang entscheidet.

Kantgasse 1

Der Sitz der Gesellschaft liegt in der Kantgasse im ersten Wiener Gemeindebezirk — benannt nach dem bekannten Philosophen Immanuel Kant. Zwei Zitate, die wir uns zu eigen gemacht haben:

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“
Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, 1784
„Das Mittel, dessen sich die Natur bedient, die Entwicklung aller ihrer Anlagen zustande zu bringen, ist der Antagonism derselben in der Gesellschaft.“
Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, 1784

Die Nowak Group GmbH ist Teil einer eigentümergeführten Unternehmensgruppe im Familienbesitz der Familie Nowak. Als Schwestergesellschaft steht ihr die Zenith Asset Holding GmbH zur Seite — dies mit gleichem Eigentümer. Beide Gesellschaften arbeiten strategisch und operativ zusammen. Diese Website bezieht sich in der Vorstellung und den Leistungen auf beide Unternehmensgruppen, da manche Leistungen nicht von der Nowak Group GmbH erbracht werden, sondern von Schwester- oder Tochtergesellschaften.

Kontakt

Sprechen wir über Ihr Vorhaben.

Für An- und Verkaufsangebote, Mietanfragen, Beteiligungsanfragen und Beratungsmandate erreichen Sie uns direkt.

Anschrift Nowak Group GmbH
Kantgasse 1/1B
1010 Wien, Österreich
Firmendaten FN 291926 d
Handelsgericht Wien
UID ATU64887046

Beim Laden der Karte werden Daten an Google übertragen, unter anderem Ihre IP-Adresse. Näheres in der Datenschutzerklärung.

Stattdessen in Google Maps öffnen →
Zurück zur Übersicht
Markt Polen · Rzeczpospolita Polska

Polen.Wachstumsmarkt, der den politischen und ökonomischen Takt in Europa vorgibt.

Seit 2018 sind wir in Warschau, Krakau und Posen tätig — mit eigener Gesellschaftsstruktur, lokalen Partnern und in polnischer Sprache. Diese Seite fasst zusammen, was den Markt für uns rechnet: Kennzahlen, Politik, Bevölkerung, Infrastruktur — und das Instrument der polnischen Familienstiftung.

Land und Wirtschaft

Die sechstgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union — und erstmals am Tisch der G20.

Polen ist 2025 an Belgien und Schweden vorbeigezogen und stellt heute rund 4,9 % der Wirtschaftsleistung der EU. Nachdem die Wirtschaftsleistung die Schwelle von einer Billion US-Dollar überschritten hat, ist Polen für den G20-Gipfel im Dezember 2026 erstmals als Gast geladen — nach über zwanzig Jahren Bemühungen und ohne eigenen Antrag. Das Wachstum liegt seit Jahren deutlich über dem Unionsdurchschnitt, getragen von Binnennachfrage, Industrie und einem der größten EU-Mittelzuflüsse Europas.

KennzahlWertStandQuelle
Einwohner37,24 Mio.Juni 2026GUS
Fläche313.933 km²1.1.2025GUS
Wechselkurs EUR/PLN4,310014.8.2026NBP
BIP nominal922,9 Mrd. EUR — 6. Platz in der EU2025Eurostat
BIP-Wachstum real+3,6 % (2025) · +3,8 % im 2. Quartal 2026Aug. 2026GUS
Prognose BIP+3,5 % (2026), +2,8 % (2027)Mai 2026EU-Kommission
BIP pro Kopf (KKS, EU27 = 100)81 — 2019 noch 742025Eurostat
Inflation (HVPI)3,0 %Juni 2026Eurostat
Leitzins (NBP-Referenzsatz)3,75 %Juli 2026NBP
Arbeitslosenquote (harmonisiert)3,1 % — einer der niedrigsten Werte der EUJuni 2026Eurostat
Staatsverschuldung61,6 % des BIPQ1 2026Eurostat
RatingS&P A− stabil · Fitch A− negativ · Moody’s A2 negativ2026Agenturen
EU-Aufbaufonds (KPO)54,7 Mrd. EUR, davon 42,1 Mrd. ausgezahlt (76,9 %)Aug. 2026MFiPR
Kohäsionsmittel 2021–202776,5 Mrd. EURProgrammperiodeEU-Kommission
Ausländische DirektinvestitionenBestand 1.399,5 Mrd. PLN · 285 Projekte 2025 (+10 % gegen den europäischen Trend)2024/2025NBP, EY

Deutsche Investoren bewerten Polen in der Konjunkturumfrage der AHK Polska (April 2026) als zweitattraktivsten von vierzehn mittelosteuropäischen Standorten; 94,5 % würden sich erneut für den Standort entscheiden.

Wachstum im Vergleich

Der osteuropäische Tigerstaat. 141 % BIP-Wachstum in 25 Jahren.

Reales Bruttoinlandsprodukt, Index 2000 = 100, preisbereinigt. Polen legte um 141 % zu und lässt damit auch die mitteleuropäischen Nachbarn hinter sich: Tschechien kam auf 78 %, Ungarn auf 74 %. In derselben Zeit schaffte Taiwan — der klassische asiatische Tigerstaat — 157 %, die USA 69 %, Deutschland 28 %. Wer Polen mit Westeuropa vergleicht, vergleicht die falsche Referenzgruppe.

100150200250200020052010201520202025Polen 241Taiwan 257Tschechien 178Ungarn 174USA 169Deutschland 128
Polen Taiwan Tschechien Ungarn USA Deutschland Österreich EU27
Quellen: Eurostat (PL, CZ, HU, DE, AT, EU27), Weltbank (USA), IWF und DGBAS Taiwan; Abruf 14.8.2026. Der Taiwan-Wert für 2025 (+8,7 %) ist vorläufig. Österreich (138) und EU27 (140) verlaufen nahezu deckungsgleich und stehen deshalb nur in der Legende.
+141 %Polen seit 2000
+78 %Tschechien seit 2000
+74 %Ungarn seit 2000
+28 %Deutschland seit 2000

Polen hat seit 2000 kein einziges Rezessionsjahr verzeichnet — außer 2020 mit −2,0 %, und selbst dieser Einbruch fiel weniger als halb so tief aus wie in Deutschland (−4,1 %), Österreich (−6,3 %) und der EU (−5,6 %).

Zinsen

Von 19 % auf 3,75 % — die Normalisierung eines Kapitalmarkts.

Der Referenzsatz der Nationalbank ist die wichtigste Einzelgröße für jede Immobilienkalkulation in Polen. Sein Verlauf erzählt die Geschichte des Landes: Hochinflation um die Jahrtausendwende, Konvergenz vor dem EU-Beitritt, Nullzins in der Pandemie, der schärfste Zinsanstieg Europas 2022 — und seit Mai 2025 ein Lockerungszyklus in sieben Schritten.

0 %5 %10 %15 %20 %2000200520102015202020263,75 %
NBP-Referenzsatz, jeweils zum Jahresende; letzter Punkt August 2026. Höchststand 19,00 % ab August 2000, Tiefststand 0,10 % von Mai 2020 bis Oktober 2021. Quelle: Narodowy Bank Polski. Der aktuelle Satz von 3,75 % gilt unverändert seit 5.3.2026; die nächste Sitzung des geldpolitischen Rats ist am 1./2. September 2026.
3,75 %Referenzsatz August 2026
−3,00Prozentpunkte seit Mai 2025
5,97 %Zins für neue Hypotheken
+64 %neue Hypothekarkredite im Jahresvergleich

Der Referenzzinssatz WIBOR wird durch POLSTR ersetzt; neue Kredite laufen ab 2027 auf den neuen Index. Für Bestandsverträge gilt eine Übergangsphase. Wer heute finanziert, sollte die Zinsanpassungsklausel auf beide Indizes prüfen lassen.

Städte

36 Städte über 100.000 Einwohner — und kein einziger dominanter Markt.

Anders als Österreich, wo Wien alles überragt, verteilt sich die polnische Wirtschaftskraft auf ein Dutzend Zentren mit jeweils eigener Universität, eigener Industrie und eigenem Mietmarkt. Für einen Bestandshalter heißt das: mehrere unabhängige Zyklen statt eines einzigen Klumpenrisikos.

StadtEinwohnerStandAnmerkung
Warschau1.866.72931.12.2025nach Registermethode „ślady życia" 2.075.011
Krakau816.61431.12.2025nach Registermethode 897.148
Posen534.23931.12.2025eigener Marktschwerpunkt der Gruppe
Wrocław672.60131.12.2025nach Registermethode 787.726
Danzig489.32831.12.2025stärkste Preisdynamik 2026
Łódź639.89031.12.2025niedrigstes Preisniveau der Großstädte
Kattowitz277.41531.12.2025Kern der Metropolie GZM mit 2,11 Mio. Einwohnern
Stettin383.78631.12.2025
Lublin326.68531.12.2025

Quelle: GUS / Bank Danych Lokalnych. Die Reihenfolge folgt unserer Marktrelevanz, nicht der Einwohnerzahl. Insgesamt zählt Polen 36 Städte über 100.000 Einwohner und 1.020 Städte insgesamt (Stand 1.1.2025). Amtliche Einwohnerzahlen für Metropolregionen existieren in Polen nicht — mit Ausnahme der gesetzlich verfassten Metropolie Oberschlesien-Zagłębie (GZM), die zum 31.12.2024 rund 2,11 Millionen Einwohner in 41 Gemeinden zählte. Die zwölf Städte der Unia Metropolii Polskich zählen mit ihrem Umland über 14 Millionen Einwohner, rund 38 % der Landesbevölkerung.

Politik

Ein Parteienspektrum ohne wirtschaftsfeindlichen Rand.

Wer in einem fremden Land Kapital bindet, muss wissen, wer im Zweifel die Regeln ändert. In Polen ist die Antwort beruhigend: Zwischen der wirtschaftsliberalen Konfederacja und der national-konservativen PiS liegen erhebliche kulturelle Differenzen — über Privateigentum, Marktwirtschaft und EU-Binnenmarkt aber besteht Konsens.

Wer regiert

Ministerpräsident ist seit Dezember 2023 Donald Tusk, getragen von einer Koalition aus Koalicja Obywatelska, der Bauernpartei PSL, Polska 2050 und der Nowa Lewica — zusammen rund 240 der 460 Sejm-Mandate. Staatspräsident ist seit August 2025 Karol Nawrocki, der aus dem Lager der Opposition kommt. Diese Kohabitation ist der zentrale politische Faktor: Der Regierung fehlt die Drei-Fünftel-Mehrheit, um präsidiale Vetos zu überstimmen, und Nawrocki hat im ersten Amtsjahr 41 Gesetze zurückgewiesen.

Für laufendes Geschäft bedeutet das weniger Risiko als Stillstand: Es wird nicht umgebaut, weder in die eine noch in die andere Richtung. Bestehende Rechtslagen bleiben, wie sie sind — im Fall der Familienstiftung war das sogar der Grund, warum die geplante Verschärfung 2025 nicht kam. Wer dagegen auf neue Gesetzgebung angewiesen ist, etwa im Energie- oder Genehmigungsrecht, muss Verzögerungen einkalkulieren. Die nächste Parlamentswahl steht spätestens im November 2027 an.

Das Spektrum im Sejm

ParteiSitze 2023Wirtschaftspolitische Linie
Prawo i Sprawiedliwość194national-konservativ; hohe Sozialtransfers, staatliche Beteiligungen an Schlüsselunternehmen, interventionistisch — aber nicht eigentumsfeindlich
Koalicja Obywatelska157liberal, pro-europäisch, unternehmensfreundlich, Deregulierungsagenda
Trzecia Droga (PSL / Polska 2050)65agrarisch-zentristisch, ausgeprägt mittelstandsorientiert
Nowa Lewica26sozialdemokratisch; Gesundheit, Wohnen, Steuerfreibetrag
Konfederacja18wirtschaftsliberal bis libertär; Flat Tax, radikale Deregulierung, EU-skeptisch

Die einzige Kraft mit ausdrücklichen Vermögens- und Spekulationssteuerforderungen ist Partia Razem — sie liegt in Umfragen bei rund 4 % und ist nicht regierungsfähig. Seit Juli 2026 ist die Opposition zusätzlich gespalten: Ex-Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat mit 40 Abgeordneten den betont wirtschaftsorientierten Klub „Rozwój Plus" gegründet, die PiS hat sie daraufhin ausgeschlossen.

Was tatsächlich reguliert wurde

Drei Eingriffe der laufenden Periode sind für Investoren relevant. Erstens die Körperschaftsteuer für Banken: dauerhaft 23 % statt 19 %, mit einem Übergangssatz von 30 % im Jahr 2026. Zweitens die Verkehrsteuer von 6 % statt 2 % ab der sechsten Wohnung in derselben Investition — eine gezielte Bremse gegen Massenankäufe im Wohnsegment, die Einzel- und Portfolioerwerb unterhalb dieser Schwelle unberührt lässt. Drittens die Pflicht der Gemeinden, bis Juli 2026 Gesamtflächennutzungspläne zu beschließen; bis diese vorliegen, ist mit langsameren Baugenehmigungen zu rechnen.

Beschränkungen des Immobilienerwerbs für Investoren aus der EU gibt es nicht, und keine relevante Partei fordert sie. Das Genehmigungserfordernis des Innenministeriums gilt für Drittstaatsangehörige, nicht für EWR- und Schweizer Erwerber.

Rechtsstaat und Länderbewertungen

Das Verfahren nach Artikel 7 EU-Vertrag wurde im Mai 2024 eingestellt, der Mittelfluss ist nicht mehr blockiert. Im Rechtsstaatsbericht der Kommission vom Juli 2026 stieg der Anteil der Unternehmen, die die Gerichte als gut bewerten, binnen eines Jahres von 24 auf 44 %. Ungelöst bleiben die Stellung des Verfassungstribunals und der Status jener rund 3.000 Richter, die vom umstrittenen Landesjustizrat ernannt wurden — ein Punkt, der bei langlaufenden Verträgen zur Sorgfalt bei Gerichtsstands- und Schiedsklauseln mahnt.

IndexPolenVergleichAusgabe
Heritage Index of Economic Freedom68,5 Punkte, Rang 40 — „moderately free", +1,4 gegenüber VorjahrEigentumsrechte 77,5 · Steuerlast 79,42026
Transparency International CPI53 von 100, Rang 52unverändert gegenüber 20242025
World Justice Project Rule of Law0,66, Rang 32Deutschland 0,83 · Österreich 0,792025
Bevölkerung

Was sich über eine Bevölkerung messen lässt — und was daraus folgt.

Über „Mentalität" lässt sich trefflich behaupten, wenig belegen. Deshalb hier nur, was gezählt wird. Das Bild, das dabei entsteht, ist deutlich genug.

IndikatorPolenVergleichQuelle / Stand
Jahresarbeitszeit je Erwerbstätigen1.803 StundenÖsterreich 1.435 · Deutschland 1.343OECD, 2023
Erwerbstätigenquote 20–6478,8 % — HöchststandEU-Schnitt 75,8 %Eurostat, 2025
Teilzeitquote5,5 %EU-Schnitt 17,1 %EURES
Unbefristete Verträge85,2 %EURES
Aktive Unternehmen2,77 Mio. (+19,7 % seit 2016) · 312.600 Neugründungen 202495,8 % davon MikrounternehmenGUS, 2024
Wohneigentumsquote87,2 %Österreich 54 % · Deutschland 47 % · EU 68,4 %Eurostat, 2025
Hochschulabschluss 25–34 Jahre45,7 %EU-Schnitt rund 40 %EU-Bildungsmonitor, 2024
Frühe Schulabgänger4,1 %weniger als die Hälfte des EU-SchnittsEU-Bildungsmonitor, 2024
Studierende1.280.100, davon 108.600 aus dem Ausland292.000 Absolventen jährlichGUS, 2024/25
PISAMathematik 489 · Lesen 489 · Naturwissenschaften 499OECD-Schnitt 472 / 476 / 485OECD, 2022
EnglischkenntnisseRang 15 weltweit, Score 600 — „high"globaler Schnitt 488EF EPI, 2025
Erwerbsquote ukrainischer Geflüchteter78 % — höchster Wert der OECDDeutschland 31 % · Schweiz 28 %OECD, 2024
Beitrag der Geflüchteten zum BIP2,7 %UNHCR/Deloitte, 2024

Was daraus folgt

Ein Land, in dem ein Viertel mehr Stunden gearbeitet wird als in Österreich, in dem 87 % im Eigentum wohnen und in dem fast jede zweite Person unter 35 einen Hochschulabschluss hat, ist kein Niedriglohnstandort mehr — sondern ein Arbeitsmarkt mit hoher Leistungsbereitschaft und steigenden Ansprüchen. Die Löhne sind zwischen 2019 und 2024 nominal um 66 % gestiegen. Wer heute in Polen investiert, kauft nicht billige Arbeit, sondern Produktivität.

Was dagegen spricht

Die Demografie. Die Fertilitätsrate lag 2025 bei 1,068 — einer der niedrigsten Werte weltweit; 238.000 Geburten standen 406.000 Sterbefällen gegenüber. Die amtliche Projektion sieht 29,4 Millionen Einwohner im Jahr 2060. Die ungewöhnlich gut integrierte ukrainische Zuwanderung federt das ab, löst es aber nicht. Für Wohnimmobilien heißt das: Lagen mit Zuzug, nicht Flächen mit Leerstandsrisiko.

Eigentum als Kulturgut

Die Eigentumsquote von 87 % ist nicht bloß eine Statistik, sondern eine Haltung: Wohnen gilt als Vermögensbildung, nicht als Konsum. Das begrenzt die Größe des institutionellen Mietmarkts — Build-to-Rent-Strategien treffen hier auf ein kleineres Becken als in Deutschland — erhöht aber die Zahlungsmoral, die Instandhaltungsdisziplin und die Wertstabilität im Eigentumssegment.

Werte im Wandel

Polen gilt als katholisch geprägt, und das ist es auch: 71 % bekannten sich 2021 zur katholischen Kirche. Der Wandel ist allerdings deutlich — zehn Jahre zuvor waren es 88 %, kirchliche Trauungen sind von 70 auf 50 % gefallen. Der sonntägliche Kirchenbesuch hat sich bei rund 30 % stabilisiert, mit starker regionaler Streuung von 62 % in Tarnów bis 17 % in Köslin. Wer den Markt als monolithisch konservativ liest, liest ihn falsch.

Verteidigung

Die am schnellsten wachsende Armee Europas — und eine Industrie dahinter.

Für einen Investor ist Verteidigung kein politisches Thema, sondern ein Nachfragefaktor: Sie bindet Kapital, schafft Industriearbeitsplätze in der Fläche und verändert die Risikoprämie eines Landes an der NATO-Ostflanke in beide Richtungen.

KennzahlWertStand
Verteidigungsausgaben4,5 % des BIP — höchster Wert der NATO2025
Haushalt 2026201 Mrd. PLN = 4,83 % des BIP; nach NATO-Kernabgrenzung 4,68 %, Rang 42026
Ausrüstungsanteil am Budget54,4 % — höchster Anteil in der NATO2025
Personalstärkeüber 220.000 Soldaten; Zielgröße rund 500.000 einschließlich ReserveAug. 2026
Kampfpanzer nach Abschluss der Programme800–900 moderne KampfpanzerPlanung
RüstungsindustriePGZ 20 Mrd. PLN Umsatz (2021: 6 Mrd.) · Grupa WB 4,3 Mrd. PLN (2021: 0,34 Mrd.)2025

Laufende Programme: K2 und K9 aus Südkorea mit Produktionsverlagerung nach Polen, 250 Abrams, 32 F-35A, 96 Apache, Patriot-System „Wisła", Kurzstreckenabwehr „Narew", Homar-A/HIMARS, Schützenpanzer Borsuk, U-Boot-Programm „Orka", Fregatten „Miecznik". Das Grenzbefestigungsprogramm „Tarcza Wschód" ist für 2026 mit 652 Mio. PLN dotiert; über 61 km sind gesichert, die Umsetzung läuft bis 2028. Detaillierte Zeitpläne unterliegen der Geheimhaltung.

Für die Immobilienseite relevant: Die Rüstungsindustrie zieht qualifizierte Beschäftigung in Regionen, die bisher nicht auf den Investorenkarten standen — Gdynia, Radom, Stalowa Wola, Nowa Dęba. Wohnungsnachfrage folgt Industriearbeitsplätzen mit zwei bis drei Jahren Verzögerung.

Infrastruktur

Ein neuer Zentralflughafen, ein Hochgeschwindigkeitsnetz, ein Kernkraftwerk.

Polen baut derzeit gleichzeitig an drei Vorhaben, die jedes für sich die Landkarte verändern würden. Für Standortentscheidungen sind weniger die Eröffnungsdaten interessant als die Frage, wo in den kommenden zehn Jahren Erreichbarkeit entsteht.

CPK — der Zentralflughafen zwischen Warschau und Łódź

Das Projekt ist 2026 von der Planung in den Bau übergegangen: Alle 21 Planungsverträge sind abgeschlossen, Budimex hat im Juni 2026 den Auftrag für die Pfahlgründung des Terminals erhalten — über 8.100 Pfähle von neun bis dreißig Metern Länge, 146 Mio. PLN. Der physische Baubeginn ist für Herbst 2026 vorgesehen, die Vergabe des Terminal-Generalunternehmers für September 2026. Für das laufende Jahr plant CPK rund 50 Ausschreibungen mit einem Volumen von etwa 40 Mrd. PLN.

Geplante Inbetriebnahme ist 2032 mit einer Kapazität von 34 Millionen Passagieren, im Endausbau rund 60 Millionen. Das Gesamtvolumen bis 2032 liegt bei rund 132 Mrd. PLN, finanziert zu 70 % über Fremdkapital; die Kreditverhandlungen beginnen im vierten Quartal 2026.

Zur Redlichkeit gehört die Kritik: Die Oberste Rechnungskammer NIK hat dem Projekt im September 2025 „unrealistische und nicht einhaltbare" Termine und Budgets bescheinigt. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2027/28 zu 43 Mrd. PLN geplant. Zentrale Dokumente verzögerten sich um 14 bis 19 Monate, die Standortentscheidung kam 15 Monate zu spät. Wer auf CPK-Nähe spekuliert, sollte die Zeitachse großzügig bemessen.

Der „Igrek" — 480 km Hochgeschwindigkeitsstrecke

Die Y-förmige Neubaustrecke verbindet Warschau über Łódź mit Breslau und Posen, ausgelegt auf 300 bis 320 km/h, die Infrastruktur von Beginn an für 350 km/h. Der Abschnitt Warschau–Łódź soll 2032 gemeinsam mit dem Flughafen in Betrieb gehen, die Äste nach Breslau und Posen bis 2035. Geplante Reisezeiten: Warschau–Posen und Warschau–Breslau je rund 100 Minuten, Warschau–Łódź 40 Minuten. Kostenschätzung rund 80 Mrd. PLN. Für unseren Posener Bestand ist das die relevanteste Infrastrukturentscheidung des Jahrzehnts.

Energie

Das erste polnische Kernkraftwerk in Lubiatowo-Kopalino entsteht mit drei Westinghouse-Reaktoren; Baubeginn 2028, kommerzieller Betrieb 2036. Der Genehmigungsantrag wurde ein halbes Jahr vor Plan eingereicht, das Beihilfemodell von der EU-Kommission gebilligt. Für ein zweites Kraftwerk stehen vier Standorte zur Wahl, Technologieentscheidung 2027. Parallel geht mit Baltic Power der erste kommerzielle Offshore-Windpark in Betrieb — 76 Turbinen, 1,14 GW, rund 3 % des Jahresstrombedarfs, zweite Jahreshälfte 2026.

Gegenläufig: Rail Baltica hat sich von 2030 auf 2040 verschoben, die Kosten sind von 5,8 auf 23,8 Mrd. EUR gestiegen. Die Regierung priorisiert stattdessen die Ertüchtigung bestehender Strecken — auch aus Gründen militärischer Mobilität.

Immobilienmarkt

Renditen über westeuropäischem Niveau, bei EU-Rechtsrahmen.

Der Abstand der Spitzenrenditen zu Wien, München oder Mailand ist der eigentliche Grund unseres Engagements. Er hat sich seit dem Zinsanstieg nicht geschlossen, während sich das Transaktionsvolumen 2026 wieder belebt.

KennzahlWertStandQuelle
Transaktionsvolumen Gewerbe4,3 Mrd. EUR (2025) · rund 3,0 Mrd. EUR allein im 1. Halbjahr 2026Aug. 2026Savills, BNP Paribas RE
Spitzenrendite Büro Warschau6,25 %Q2 2026BNP Paribas RE
Spitzenrendite Logistik6,00 %Q2 2026BNP Paribas RE
Spitzenrendite Shopping Center / Retail Park6,50 % / 7,00 %Q2 2026BNP Paribas RE
Büroleerstand Warschau8,5 % gesamt · 4,8 % im ZentrumQ2 2026JLL
Logistikbestand38 Mio. m², Leerstand 6,6 %Q2 2026PINK
Wohnungspreise Erstmarkt (7 Großstädte)14.245 PLN/m² im Mittel (−0,3 % zum Vorjahr)Q1 2026NBP
Transaktionspreise ZweitmarktWarschau 15.823 · Krakau 14.046 · Danzig 13.610 · Breslau 11.919 PLN/m²Q2 2026Metrohouse
Posen (Median, alle Transaktionen)11.067 PLN/m²Q4 2025RCN-Register
Bruttomietrendite WohnenŁódź 5,94 % · Warschau 5,31 % · Posen 5,14 % · Krakau 4,69 %Juni 2026Otodom Analytics
ReferenzzinssatzWIBOR 3M 3,82 % — Ablösung durch POLSTR, Neukredite ab 2027Aug. 2026NBP, KNF
Hypothekenzins neu5,97 % im Mittel (−1,5 Prozentpunkte zum Vorjahr)Q1 2026ZBP
Wohnungsfertigstellungen208.792 (2025, +4,3 %) · Baugenehmigungen 1. Halbjahr 2026 +18,9 %2025/2026GUS
Preise und Kaufkraft

Polen ist das einzige dieser sechs Länder, in dem die Löhne schneller gestiegen sind als die Immobilienpreise.

Ein Preisanstieg allein sagt nichts. Entscheidend ist, ob die Bevölkerung ihn mitgehen kann — denn daraus entsteht die Nachfrage der nächsten fünfzehn Jahre. Zwei Vergleiche über denselben Zeitraum, 2010 bis 2025.

100200300400201020132016201920222025Ungarn 391Österreich 216Polen 205
Ungarn Österreich Polen Deutschland Schweiz Ver. Königreich
Wohnimmobilien-Preisindex, 2010 = 100, nominal. Quellen: Eurostat prc_hpi_a (PL, DE, AT, HU), OECD Analytical House Price Indicators (UK, CH); Abruf 14.8.2026. Für Polen und Österreich beginnt die Eurostat-Reihe erst 2010, deshalb dieses Basisjahr statt 2005.
+0 %+100 %+200 %+300 %+147+105Polen+189+291Ungarn+61+116Österreich+62+82Deutschland+52+71Ver. Königreich+14+76Schweiz
Durchschnittslohn Immobilienpreise
Nominale Veränderung 2010 bis 2025 in Landeswährung. Löhne: OECD Average Annual Wages. Preise: Indizes wie oben. Nur in Polen liegt der schwarze Balken über dem grauen.
Kaufkraft, Zinsen und Preise im Detail
LandPreise 2010–2025Löhne 2010–2025Durchschnittslohn 2025Jahresgehälter für 70 m²
Polen+105 %+147 %101.248 PLNWarschau 9,7 · Posen 8,2 · Kattowitz 7,1
Ungarn+291 %+189 %8.006.717 HUFBudapest 11,4
Österreich+116 %+61 %58.754 EUR
Deutschland+82 %+62 %54.840 EUR
Ver. Königreich+71 %+52 %46.511 GBPLondon 10,8 · Manchester 5,3
Schweiz+76 %+14 %98.334 CHF

Jahresgehälter für 70 m²: Deloitte Property Index 2025 (Datenjahr 2024), Städtewerte. Durchschnittslöhne: OECD, Vollzeitäquivalent, Landeswährung.

Was sich daraus ableiten lässt

Die Rechnung ist einfach und sie fällt eindeutig aus. In Österreich haben sich die Immobilienpreise seit 2010 mehr als verdoppelt, während die Löhne um 61 % gestiegen sind — die Leistbarkeit hat sich also fast halbiert. In der Schweiz ist die Schere noch weiter offen: 76 % gegen 14 %. In Polen dagegen sind die Löhne um 147 % gestiegen und die Preise um 105 %. Eine polnische Durchschnittsfamilie kann sich heute mehr Quadratmeter leisten als 2010, eine österreichische deutlich weniger.

Das erklärt auch, warum der polnische Markt 2025 den ersten Preisrückgang seit zwölf Jahren verkraftet hat, ohne dass daraus eine Krise wurde: Er war nicht überdehnt. Das Preis-Einkommens-Verhältnis der OECD liegt für Polen bei 104 Indexpunkten gegenüber 2015, für Österreich bei 116 und für die Schweiz bei 125. Der polnische Markt ist teurer geworden — aber nicht teurer, als das Land sich leisten kann.

Warum die Preise 2025 erstmals seit zwölf Jahren fielen

Der Rückgang hat einen Namen, und es lohnt sich, ihn zu kennen, weil er zeigt, wie dieser Markt auf staatliche Eingriffe reagiert. Von Juli 2023 bis Anfang Januar 2024 lief das Programm Bezpieczny Kredyt 2 % — ein Zinszuschuss, der Erstkäufern unter 45 Jahren zehn Jahre lang einen Zinssatz von 2 % sicherte. Geplant waren 10.000 Kredite. Vergeben wurden rund 66.800 mit einem Volumen von 27,2 Mrd. PLN, das Sechsfache. Im Dezember 2023 entfielen etwa 80 % aller neuen Wohnbaukredite in Polen auf dieses eine Programm.

Eine Preisobergrenze für die geförderten Objekte gab es nicht. Das Ergebnis war absehbar: Im ersten Quartal 2024 lagen die Transaktionspreise am Erstmarkt der sieben größten Städte um 19,2 % über dem Vorjahr, in Krakau um 27,7 %. Bereits die Ankündigung des Programms hatte den Anstieg beschleunigt. Nachdem die Antragsfrist im Januar 2024 endete, brachen die Wohnungsverkäufe der Bauträger im selben Jahr um 31 % ein.

Der Preisrückgang 2025 fällt allerdings kleiner aus, als die Schlagzeile vermuten lässt: −0,8 % am Erstmarkt und −0,4 % am Zweitmarkt, nominal, bezogen auf die sieben Großstädte. Real, also nach Abzug der Inflation, waren es rund −3 %. Der landesweite Index des Statistikamts fiel überhaupt nicht. Und als Hauptursache nennen Nationalbank, JLL und die Analysten der PKO BP nicht die vorgezogene Nachfrage, sondern ein Rekord-Überangebot: Die Zahl fertiggestellter, aber unverkaufter Wohnungen hat sich binnen eines Jahres nahezu verdreifacht, auf über 14.000 Einheiten oder 20 % des Angebots.

Seit Anfang 2026 dreht es wieder. Der Statistikamts-Index legte im ersten Quartal um 6,0 % gegenüber dem Vorjahr zu, die Hypothekenvergabe erreichte im März 2026 mit 13,34 Mrd. PLN einen Allzeitrekord, die Kreditanfragen liegen um 80 % über dem Vorjahr. Bemerkenswert ist der politische Kurswechsel: Im März 2026 hat die Regierung Zinszuschüsse endgültig aufgegeben und stattdessen 8,7 Mrd. PLN in den sozialen Wohnbau umgeleitet — ausdrücklich unter Verweis darauf, dass Kaufzuschüsse ohne Preisgrenze vor allem die Preise treiben. Für einen Bestandshalter ist das die bessere Politik: Sie erhöht das Angebot, statt die Nachfrage künstlich zu überhitzen.

Was die Preise der kommenden Jahre bestimmt

Der Zins. Der Referenzsatz ist von 6,75 % auf 3,75 % gefallen, und die Projektion der Nationalbank sieht die Inflation bis 2028 auf 2,2 % zurückgehen. Eine neue Hypothek kostet heute 5,97 % statt 7,5 %; das Kreditvolumen ist binnen eines Jahres um 64 % gestiegen. Jeder weitere Zinsschritt setzt Kaufkraft frei, die derzeit auf dem Konto liegt: Das Finanzvermögen der Haushalte hat 2026 mit 4,1 Billionen PLN einen Rekord erreicht und wächst mit über 15 % im Jahr.

Die Konvergenz. Das Pro-Kopf-Einkommen ist von 74 % des EU-Durchschnitts im Jahr 2019 auf 81 % gestiegen. Solange dieser Aufholprozess anhält — und die Prognosen von 3,5 % Wachstum für 2026 und 2,8 % für 2027 sprechen dafür — steigen die Löhne schneller als in Westeuropa. Preise folgen Löhnen, mit Verzögerung.

Das Angebot. 208.792 fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025, 858.500 Einheiten im Bau, Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2026 um 18,9 % gestiegen — das dämpft. Gegenläufig wirkt die Demografie: eine schrumpfende Bevölkerung, die sich zugleich auf immer weniger Städte konzentriert. Beides zusammen verschiebt die Nachfrage weg von der Fläche und hin zu den Zentren.

Zusammengenommen ergibt das kein Szenario steiler Preissprünge, sondern eines stetiger nominaler Zuwächse etwa im Takt des Lohnwachstums — konzentriert auf die großen Städte und dort auf Lagen mit Zuzug. Für einen Bestandshalter ist das die bessere Nachricht: Ein Markt, der mit den Einkommen wächst, trägt seine Mieten selbst. Ein Markt, der ihnen davonläuft, tut das nicht.

Diese Ableitung beruht auf den oben genannten Quellen und den Projektionen von Nationalbank und Europäischer Kommission. Sie ist keine Zusage über künftige Wertentwicklungen.

Standpunkt

Die Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich.

Warum wir Polen nicht für eine Konjunkturwette halten, sondern für die richtige Position in einem sehr viel längeren Zyklus.

Der große Zyklus

Ray Dalio hat 1975 aus einer Zweizimmerwohnung heraus Bridgewater Associates gegründet und daraus den größten Hedgefonds der Welt gemacht. Nach der Finanzkrise 2008 arbeitete er fünfhundert Jahre Wirtschaftsgeschichte durch, um zu verstehen, warum Mächte aufsteigen und wieder verschwinden — das Ergebnis hat er in Principles for Dealing with the Changing World Order beschrieben.

Sein Befund: Aufstieg und Abstieg folgen einem wiederkehrenden Muster. Er misst Stärke an acht Größen: Bildung, Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftsleistung, Anteil am Welthandel, militärische Stärke, Bedeutung als Finanzplatz und Rolle der eigenen Währung. Über diesen Größen liegen zwei Zyklen — der langfristige Schuldenzyklus und der Zyklus der inneren Ordnung, in dem wachsende Vermögensunterschiede zuerst zu Verteilungskonflikten, dann zu politischer Polarisierung und schließlich zu institutioneller Erschöpfung führen.

Das Muster ist immer dasselbe. Am Anfang steht eine Gesellschaft, die arm ist und hart arbeitet, die spart, ausbildet und aufbaut. In der Mitte steht eine Gesellschaft, die reich ist und weiterhin hart arbeitet. Am Ende steht eine Gesellschaft, die reich ist, das Arbeiten aber für ein Problem hält, die vom Ererbten lebt, ihre Verteilungskämpfe für Politik hält und ihre Schulden für eine technische Größe.

Vier Mächte, ein Verlauf

Dalio prüft das Muster an vier Fällen. In allen vieren verläuft die Kurve gleich.

Die Niederlande des 17. Jahrhunderts: ein kleines Land, das Schiffbau und Handel beherrschte, mit der Amsterdamer Börse den ersten modernen Kapitalmarkt schuf und mit dem Gulden die erste Reservewährung. Ein Jahrhundert später hatte es Kriege gegen England verloren, seine Flotte war verpfändet, seine Elite lebte von Renten statt von Handel.

Das britische Empire: aus der industriellen Revolution heraus zur beherrschenden Macht des 19. Jahrhunderts, mit dem Pfund als Weltwährung und London als Finanzplatz. Zwei Weltkriege, wachsende Verschuldung und der Verlust industrieller Führung beendeten das; 1944 übernahm der Dollar die Rolle, 1949 und 1967 musste das Pfund abgewertet werden.

Die Vereinigten Staaten: seit Bretton Woods die Ordnungsmacht, mit dem Dollar als Reservewährung und einem beispiellosen Innovationsvorsprung. Dalio verortet sie heute im späten Teil ihres Zyklus — hohe Verschuldung, ausgeprägte innere Verteilungskonflikte, ein herausfordernder Rivale.

Und China, das nach anderthalb Jahrhunderten Abstieg seit 1980 in praktisch allen acht Größen zugelegt hat — dieselbe Kurve, nur aufwärts. Wer das Muster einmal gesehen hat, sieht es überall. Auch in Rom: eine Republik, die aus Härte und Disziplin ein Reich baut, und ein Kaiserreich, das dieses Reich verwaltet, verteilt und irgendwann nicht mehr verteidigen kann.

Wo Westeuropa in diesem Muster steht

Man muss Dalios Modell nicht teilen, um zu sehen, welche Position Westeuropa darin einnimmt. Die deutsche Wirtschaft ist seit 2000 real um 28 % gewachsen, die polnische um 141 %. In Deutschland und Österreich werden je Erwerbstätigen rund 1.350 bis 1.435 Stunden im Jahr gearbeitet, in Polen 1.803. Die Regulierungsdichte steigt, die Energiepreise sind strukturell hoch, und ein wachsender Teil der besten Köpfe eines Landes beschäftigt sich mit Berichtspflichten statt mit Wertschöpfung.

Dazu kommt etwas, das sich schlechter messen lässt, aber jeder spürt, der in beiden Ländern Personal sucht: eine Verschiebung dessen, was als anstrebenswert gilt. Wo Leistung als verdächtig gilt, Erfolg erklärungsbedürftig wird und die öffentliche Debatte mehr Energie auf Fragen der Identität verwendet als auf die Frage, wovon ein Gemeinwesen in zwanzig Jahren leben soll, sind das nach Dalios Systematik keine Marginalien. Es sind Spätsymptome. Die Römer der Kaiserzeit hätten die Beschreibung wiedererkannt: Man lebte gut, man lebte von der Substanz, und man hielt beides für dasselbe.

Und warum Polen die Gegenposition ist

Polen steht in diesem Muster an einer anderen Stelle — nicht am Anfang, aber deutlich vor dem Scheitelpunkt. Fast jede zweite Person unter 35 hat einen Hochschulabschluss. Die Erwerbstätigenquote liegt auf einem Allzeithoch, die Arbeitslosigkeit bei rund 3 %, die Teilzeitquote bei einem Drittel des EU-Werts. 87 % wohnen im Eigentum — eine Gesellschaft, die Vermögen bildet, statt es zu konsumieren. Es gibt 2,77 Millionen aktive Unternehmen und über 300.000 Neugründungen im Jahr. Und mit 4,5 % des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung finanziert das Land seine Sicherheit selbst, statt sie zu delegieren.

Legt man Dalios acht Größen an, bewegen sich in Polen sechs nach oben: Bildung, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftsleistung, Handelsanteil, militärische Stärke und Innovationsbasis. Nach unten weist keine. Als Finanzplatz und Währungsraum bleibt Polen nachrangig — das ist die Grenze der Analogie und der Grund, warum die Zloty-Frage in jeder Kalkulation vorkommen muss. Aber der Vektor zeigt in eine andere Richtung als westlich der Oder.

Für uns folgt daraus keine Ideologie, sondern eine Allokationsentscheidung. Kapital, das dreißig Jahre lang investiert sein soll, gehört dorthin, wo die demografischen, kulturellen und fiskalischen Kräfte in dieselbe Richtung wirken wie die eigene Absicht. Zinshäuser in Wien bleiben ein guter Wertspeicher. Wachstum entsteht derzeit weiter östlich.

Presse, Berichte, Beiträge

Woher unsere Einschätzung stammt.

Auswahl öffentlich zugänglicher Quellen zum polnischen Wirtschafts- und Immobilienmarkt, auf die wir uns stützen. Alle Links führen zu den Originalveröffentlichungen.

Wirtschaftspresse und Analyse

Österreichische Medien

Institutionen und amtliche Statistik

Immobilien-Marktberichte

Videobeiträge

Eigene Presseauftritte der Nowak Group GmbH werden hier ergänzt, sobald sie vorliegen.

Hinweis. Die Darstellungen zum polnischen Markt — Immobilien, Private Equity sowie Steuern und Recht — dienen der allgemeinen Information. Sie stellen weder eine Anlageberatung noch eine Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung dar und begründen kein Beratungsverhältnis. Angaben zu Marktdaten, Renditen, Rechtslage und Steuerrecht geben den Stand zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und können sich ändern. Vor jeder Investitions- oder Strukturierungsentscheidung ist fachliche Beratung im jeweiligen Land einzuholen.

← Zurück zur Übersicht
Historie

Über fünfzig Jahre.

Das Unternehmertum hat in der Familie Nowak seit über fünfzig Jahren Tradition. Aus einem Einzelunternehmen im Wiener Nordosten ist eine in vier Ländern tätige Unternehmensgruppe geworden.

  1. Ende der 1960er-Jahre

    Asperner Bau und Handels-GesmbH

    Firmengründer Franz Nowak (1939–2015) macht sich mit knapp dreißig Jahren in der Bau- und Immobilienbranche selbstständig. Das Geschäftsmodell ist einfach und erfolgreich: qualitativ hochwertige Reihenhausanlagen zu geringem Preis. Zudem werden Immobilien auch langfristig als Anlageobjekte erworben.

  2. 1990 – 2010

    Der Zenit

    In diesen zwei Jahrzehnten errichtet Franz Nowak über 530 Reihenhäuser. In seiner gesamten beruflichen Laufbahn baut er mehr als 1.000 Wohneinheiten.

  3. 2010

    Eintritt in die Hotellerie

    Franz Nowak errichtet das damalige BEST WESTERN Hotel Donaustadt Kagran und führt den Betrieb selbst.

  4. Daneben

    Weitere Branchen

    Neben der Bau- und Immobilienbranche ist Franz Nowak auch im Verlagswesen, in der Textilbranche und in der Finanzierungsbranche unternehmerisch tätig.

  5. 2015

    Übergabe an die zweite Generation

    Franz Nowak verstirbt unerwartet. Sein Sohn Michael Franz Nowak übernimmt im Alter von 17 Jahren die Geschäftsführung der Unternehmen.

  6. 2018

    Umfirmierung in Nowak Group GmbH

    Zu Ehren von Franz Nowak wird das Familienunternehmen in Nowak Group GmbH umbenannt.

  7. seit 2018

    Vier Märkte

    Die Nowak Group GmbH erweitert das Immobilien-, Hotel- und Beteiligungsportfolio stetig — in Österreich, Polen, Deutschland und Italien.

← Zurück zur Übersicht
Ankaufsprofil

Ankaufsprofil.

Wonach wir suchen — gegliedert nach Anlageklasse und Markt.

Immobilien

Ankaufsprofile nach Markt.

Unternehmensbeteiligungen

Beteiligungsprofile nach Markt.

AT

Österreich

In Vorbereitung

PL

Polen

In Vorbereitung

DE

Deutschland

In Vorbereitung

IT

Italien

In Vorbereitung

← Zurück zur Übersicht
Offenlegung

Impressum.

Angaben nach § 5 E-Commerce-Gesetz, § 14 Unternehmensgesetzbuch und § 25 Mediengesetz.

← Zurück zur Übersicht
Datenschutz

Datenschutzerklärung.

Informationen nach Art. 13 und 14 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) über die Verarbeitung personenbezogener Daten beim Besuch dieser Website.